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OroCommerce-Blog
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Was macht eine Digital Operations Plattform? – Interview mit dem Marello CEO Falco van der Maden

Wir als Oro wollen den Online-Handel durch effiziente Tools beflügeln. Wir glauben an die Kraft eines wirkungsstarken Partnernetzwerks. Und darum tun wir uns mit Partnern zusammen, deren Dienste und Leistungen unsere eigenen Angebote schlagkräftig ergänzen.

Wir geben unseren Partnern die Möglichkeit, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und den Mehrwert, den ihre eigenen Dienste bieten, mit unseren Kunden zu teilen. Auf der anderen Seite versorgen wir unsere Partner mit tiefergehenden Inhalten, damit die nutzbringenden Aspekte der Partnerschaft mit Oro und die daraus resultierenden Vorteile für alle unsere Kunden sichtbar werden.

Hintergründe

Die Digitalisierung hat auf das B2B E-Commerce großen Einfluss. Im gesamten B2B E-Commerce-Bereich sind 2019 weltweit 12,2 Billionen Dollar umgesetzt worden. Bis 2024 wird ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erwartet. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass B2B-Unternehmen in E-Commerce-Strukturen investieren, um zum einen von diesem Trend zu profitieren, aber auch, um vom Wettbewerb nicht überholt zu werden. Es geht darum, wer das beste Einkaufserlebnis und den besten Service bietet.

Andreas Minich (Director of Customer and Partner Success DACH bei OroCommerce): Hallo Falco und vielen Dank, dass du uns an deinen Einschätzungen teilhaben lässt! Was genau machst du im Bereich B2B E-Commerce?

Falco van der Maden: Danke für die Einladung! Ich bin seit mehr als 15 Jahren im E-Commerce tätig. Als Anwendungsspezialist habe ich zahlreiche erfolgreiche E-Commerce-Strategien und Lösungen für Mittelstandsunternehmen und Konzerne umgesetzt, unter anderem für Philips, Siemens, Océ, BMS, Skill und GrandVision. 2015 haben mein Geschäftspartner und ich dann Marello gegründet. Marello ist eine Digital Operations Plattform für den Handel.

Andreas Minich: Wie passt Oro zu Marello?

Falco van der Maden: Etwa ab 2015 haben wir viele Anfragen von Unternehmen erhalten, die sich im Grunde immer um ihre Betriebsabläufe drehten. Viele hatten mit ausladenden Abläufen zu tun, die in ihren bestehenden E-Commerce- und ERP-Systemen nicht aufgefangen werden konnten. Das waren vor allem Back-Office-Prozesse, das Bestell-Management, Produktmanagement und vieles mehr. Wir wollten Lösungen finden, die die Angleichung aller relevanten Abläufe aneinander möglich machen, also von Back-Office-Abläufen, Bestellprozessen und Datenmanagement. Gerade zu dieser Zeit haben wir Oro entdeckt. Um es kurz zu halten: Wir haben die Stärke von Oro als Open Source Plattform genutzt und Marello dort aufgesetzt. Seit dem haben wir eine großartige Partnerschaft.

Andreas Minich: Warum ist jetzt die Zeit, das Digital Operations Management im B2B zu diskutieren?

Hintergrund-Prozesse sind das Rückgrat für jedes B2B-Business, ohne die es schlicht nicht existieren kann. Diese Abläufe reichen von der Verarbeitung der Bestellung, dem Management des Produktlaufs bis zum Bestellabschluss und manchem mehr. Und obwohl das Ziel dieser Abläufe in den meisten Unternehmen gleich ist, gehen die Wege der Umsetzung weit auseinander. Viele B2B-Unternehmen digitalisieren gerade ihren Verkauf, aber damit eben auch ihre gesamten weiteren Abläufe. Zudem arbeiten viele an der Implementierung neuer Verkaufskanäle, zum Beispiel Marktplätzen. Das hat Wechselwirkungen zur Folge hinein in die verschiedensten Abteilungen und Teams im Unternehmen. Unserer Erfahrung nach haben Unternehmen häufig Probleme damit, auf konkrete Anforderungen passende Lösungen zu finden, um ihre Digitalisierungsprojekte effizient voranzubringen.

Andreas Minich: Bevor wir über diese Herausforderungen sprechen – warum sind so viele B2B-Unternehmen bemüht, ihren Verkauf und ihre Online-Abläufe zu digitalisieren?

Falco v.d. Maden: Der Personenkreis, der aktiv das B2B-Geschehen belebt, wird immer jünger, also Einkäufer und Verkäufer. Schauen wir uns die Kaufentscheidungen an, sehen wir, dass 73% davon von Millennials getroffen werden. Diese Generation ist in einer digitalen Welt aufgewachsen. Sie sind in ihrem Alltag vollständig an Nutzererfahrungen im Onlineshopping gewöhnt. Das heißt, dass sie privat die Onlineshopping-Logiken gewöhnt sind und diese Logiken im B2B ebenfalls erwarten. Natürlich haben nicht nur die Millennials Einfluss auf die Veränderungen. Onlineshopping ist für alle Generationen zu einem zentralen Element ihres Alltags geworden, unabhängig vom Alter. Aber es sind die Millennials, die die B2B-Entwicklungen in Richtung Digital pushen.

Andreas Minich: Welche Art Nutzererfahrungen werden denn erwartet? Kannst du uns ein paar Beispiele geben?

Falco v.d. Maden: Da sind fast zu viele Beispiele, und das macht die Digitalisierung im B2B so komplex. Vielleicht das: Die Erwartungen gehen in Richtung vollständig digitalisierter B2B-Einkaufs-Workflows, den Möglichkeiten, nach Mustern zu fragen, individualisierten Nutzerzugängen, einfache Erreichbarkeit des Kundendienstes, der gleichzeitig über alle Kanäle hinweg über alle Informationen von Käufer und Einkauf verfügt, usw., usw. Und ganz nebenbei: Es geht nicht nur um das Nutzererlebnis. Das Mitarbeiter-Erlebnis zählt auch. Mitarbeiter brauchen fundierte Erfahrung im Einsatz ihrer Software, weil sie fortschreitend jünger und damit versierter im technischen Umgang werden. Um ihre Kunden zufriedenzustellen zu können, benötigen Mitarbeiter die richtigen Tools.

Andreas Minich: Du hast angedeutet, dass Kundenwünsche die B2B-Digitalisierung komplex machen. Kannst du das etwas ausführen?

Falco v.d. Maden: Mit vielen verschiedenartigen Kundenerwartungen umgehen zu müssen bedeutet, dass die Hintergrundprozesse sehr gut gemanagt sein müssen. Getrennte Abläufe müssen zusammengebracht werden, um eine zufriedenstellende Nutzererfahrung zu erzeugen. In der Vergangenheit haben wir bei vielen B2B-Unternehmen den Versuch beobachtet, multiple Lösungen zu entwickeln, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Sie haben WaWi, ERP, PIM, CRMs, usw., eingeführt, kundenspezifische Einzelanpassungen an ihrer E-Commerce-Software vorgenommen, Daten in Spreadsheets gesammelt, und vieles mehr. Jetzt kommt heraus, dass zwar die Erwartungen an bestimmten Stellen erfüllt werden können, aber das Datenmanagement und die Integration der Abläufe in Bestellprozesse, usw., eine Herausforderung wird. Ein Irrgarten aus Systemen und Integrationen wurde erzeugt, in dem ablaufwichtige Daten über die Firma verstreut sind, überfüllte Datensilos die Abläufe bremsen und weiteres Wachstum nur weitere Probleme bereitet. Insgesamt sind solche Geflechte ineffizient, starr und teuer im Unterhalt. 

Andreas Minich: Wie können B2B-Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgehen?

Falco v.d. Maden: Die einzige Lösung ist die Bündelung zentraler Daten um damit diejenigen Abläufe zu unterstützen, die für ein besseres Nutzer- und Mitarbeiter-Erlebnis zentral sind. Also haben wir eine Plattform entwickelt, die genau das tut. Marello ist eine Digital Operations Plattform, die alle relevanten Daten auf optimierte Weise verarbeitet und nutzbar macht. 

Andreas Minich: Eine Digital Operations Plattform? Den Begriff habe ich so bisher nicht gehört.

Falco v.d. Maden: Der Ausdruck Digital Operations Plattform oder DOP wurde durch das amerikanische Marktforschungsunternehmen Forrester geprägt, als sie dieselben Probleme entdeckt haben wie wir. Viele Führungskräfte in Unternehmen sind noch mit Altlasten aus vergangenen Entwicklungen beladen, die aktuellen Anforderungen im B2B E-Commerce nicht mehr gewachsen sind. Uns geht es um die Verschlankung verwucherter Strukturen. Aus weit verzweigten Quellen zieht die Digital Operations Plattform sich die nötigen Daten an einen Ort, gruppiert sie dem Bestellprozess und den Anforderungen des Unternehmens gemäß, und spielt sie dann an die richtigen Stellen wieder aus. Das ganze Datenmanagement wird transparent abgebildet. Eine DOP macht alle Sackgassen bisheriger Ersatzlösungen zu zukunftsfähigen, flüssigen Durchgangsprozessen. Die Plattform managt wörtlich alle digitalen Operationen. Diese neue Generation von DOP-Softwarelösungen, wie Marello, verspricht hoch innovative Entwicklungsmöglichkeiten und einfache Anpassungsfähigkeit an nötige B2B-Bedürfnisse. Solche next-Generation-DOPs werden eine entscheidende Rolle in der Entfaltung moderner Geschäftsabläufe spielen. 

Andreas Minich: Welche Vorteile bringt die Nutzung einer Digital Operations Plattform und die Zusammenführung von Geschäftsabläufen?

Falco v.d. Maden: Der hauptsächliche Vorteil einer DOP ist die Zentralisierung aller Bestelldaten an einem Ort. Das hat vielfältige Vorteile für das Unternehmen. Zuallererst erledigen sich tote und wuchernde Datensilos. Alle Daten sind an einem Ort vital verfügbar. Alle Teams nutzen diese Daten, um ihre jeweils speziellen Arbeitsschritte effizienter – auch kosteneffizienter – zu erledigen.

Zweitens ermöglicht die Zusammenführung von Daten an einem Ort die Kombination dieser Daten zu neuen Erkenntnisstrukturen, die vorher schlicht nicht da waren. Für das gleiche Ergebnis mussten bisher viele verschiedene Systeme kombiniert werden oder Daten mussten manuell eingepflegt werden. Jetzt kann der Prozess von einer einzigen Oberfläche aus gesteuert werden. 

Und natürlich ist die Zusammenführung ein Fundament für spätere gute Nutzerführung. Den gesamten Bestellprozess auf einer solchen soliden Grundlage zu haben hilft enorm dabei den Service zu bieten, den Kunden im modernen E-Commerce erwarten. 

Andreas Minich: Wie stärkt Marello OroCommerce Webshops?

B2B-Händler mit einer OroCommerce Webshop-Umgebung nutzen Marello, um ihre Hintergrundabläufe tiefergehend zu optimieren. Im B2B E-Commerce können gerade diese Hintergrundprozesse sehr komplex werden, und sie sind von Unternehmen zu Unternehmen stark verschieden. Adaptiv für gerade solche Abläufe kann Marello an jede Anforderung angepasst werden, weil es auf Grundlage der hoch flexiblen und skalierbaren Oro-Plattform steht. Egal ob im Bestellmanagement, in der Lagerhaltung, in der Auftragserfüllung, im Produktmanagement oder in der Customer Relation. Mehr noch ist Marello in Richtung Omnichannel-Strukturen konzipiert. So kann neben OroCommerce auch jeder andere Sales-Kanal bedient werden (wie POS, Callcenter-Absatz, E-Mail-VK, Marktplätze, usw.) In der gleichen Logik kann jede Dritt-Software angebunden werden, vom CRM, WaWi bis PIM. Als zusätzlicher Bonus kann Marello in der gleichen Entwicklungsumgebung eingesetzt werden wie OroCommerce, was es nochmals vereinfacht, alle E-Commerce-Abläufe auf einer Digital Operations Oberfläche zu verbinden.

Andreas Minich: Wie können Interessenten euch erreichen?

Falco v.d. Maden: Ganz einfach über unsere Website www.marello.com, zum Beispiel für eine Demo, oder sie schreiben uns einfach an. Wir freuen uns auszuloten, wie die konkrete E-Commerce-Umgebung eines Unternehmens mit einer Digital Operations Plattform effizienter werden kann. 

Andreas Minich: Vielen Dank Falco für das Interview und bis bald!

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